Ein Schritt in die Agentur getan und schon fällt mir auf, das etwas nicht stimmt. Auffällige Stille dringt aus allen Räumen hervor. Naja, die Tür war auf, also wird schon irgendwer da sein. Nach einigen Momenten des ziellosen Umherstreifens in den ehemals reich bevölkerten Räumlichkeiten beginne ich mich ernsthaft zu fragen, was hier vorgefallen ist. Da plötzlich ein Tastenklackern aus einem leergeglaubten Büro. Aha, ich bin also doch nicht alleine. Langsam wurd’s auch unheimlich. Ein Blick ins Innere zeigt ein mir wohlbekanntes Grafikgesicht und bringt Erleichterung.

„Was ist hier los?“

„Alle krank!“

„Was, wirklich alle?“

„Wer nicht krank ist, der ist in Urlaub gefahren, aus Angst, hier krank zu werden…“

„Na super“ denk ich mir, während ich zu meinem Platz schlendere.  Aber jetzt wegzulaufen macht auch keinen Sinn mehr. Das konnte ich auch dem leicht verzweifelt anmutenden Gesicht des Grafikkollegens entnehmen. Einen Fuß über die Schwelle gesetzt, einmal tief eingeatmet und unvorsichtig die Türklinke angefasst – schon nimmt das Schicksal seinen erbarmungslosen Lauf. Resignierend setzte ich mich hin und lasse das Unabwendbare auf mich zu kommen. Eine Frage der Zeit. Nur eine Frage der Zeit…

In diesem Sinne bitte ich es den verschont gebliebenen Kollegen nachzusehen, dass sie bis zum Hals in Arbeit stecken – und gerade jetzt sollte man ganz besonders nett zu ihnen sein!

Bis zum nächsten Mal (wenn es das noch geben sollte…),

euer Mark N. Mut

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