Die Briten sind ja schon länger für die exzessive Überwachung des öffentlichen Raums bekannt. Aber in Zeiten von NSA und Konsorten werden jetzt selbst unsere englischen Mitbürger etwas ungehaltener. Das hat vor Kurzem das Londoner Startup „Renew“ erfahren. Diese betrieben in der Londoner Innenstadt etwa 100 Mülltonnen. Na und?

Tja, das waren nicht irgendwelche Mülltonnen. Sie hatten einen Bildschirm, auf den Werbung via Internet eingespeist werden konnte. Immernoch nichts besonders Auffälliges oder gar Perfides. Allerdings waren einige dieser Abfalleimer mit der Renew ORB Technologie ausgestattet – womit wir zum interessanten Teil kommen. Diese Technologie spürt Handys mit angeschaltetem WLAN auf, die in der Nähe sind, und passt die Werbung and die erhobenen Daten an.

Laut dem CEO der Firma wird hier nicht in die Privatssphäre eingegriffen, da nur die jeweiligen Handy-Hersteller via WLAN ermittelt werden. Die Möglichkeiten, die sich allerdings im Weiteren daraus ergeben könnten wären denkbar umfassender – und in gleichem Maße erschreckend für die unbescholtenen Passanten. Deswegen hat die Stadt London jetzt auch diese Testphase vorerst untersagt und es kommt zu Gesprächen mit dem IT-Beauftragten der Stadt. Ach, im Übrigen stehen die Dinger schon seit den Olympischen Spielen da, also schon über ein Jahr.

Gruselig das Ganze, wenn man beim Spaziergang schon nicht einmal mehr den Mülleimern trauen kann. Ab jetzt werde ich wohl auch jede digitale Anzeigetafel argwöhnisch beäugen müssen und vor allem darauf achten, dass das WLAN zumindest ausgeschaltet ist… Aber wie steht ihr eigentlich zu solch „innovativen“ Ideen bzgl. Werbeträgern?

Bis zum nächsten Mal,

euer Mark N. Mut

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