Heute soll es um Marketingkampagnen gehen, die entweder schlecht durchdacht oder einfach verdammt mies konzipiert waren, was zu einigen durchaus amüsanten Ergebnissen geführt hat (solange man nicht den beteiligten Unternehmen angehört versteht sich).

Healthy Choice Foods

Der Konzern hatte die glorreiche Idee, 500 Flugmeilen pro 10 eingesendete Barcodes gekaufter Produkte zu verschenken. Was kann da schon schief gehen? So einiges! Vor allem, wenn es Pudding zum Preis von $ 0,25 gibt, die ebenfalls für die Aktion zugelassen waren. David Phillips hat sich das Kurzerhand zu Nutze gemacht, den Laden leer gekauft – und direkt noch weitere 60 Kisten Pudding beim Geschäftsmanager geordert. Insgesamt 12.150 Becher Pudding. Entspricht 1.253.000 Meilen. 31 Trips USA – Europa, für knappe $ 3.000. Das hat sich mal gelohnt, aber das Beste: Er hat den gesamten Pudding gespendet, konnte ihn so von der Steuer absetzen und hat die Kosten nochmals um ein Drittel reduziert. Findiges Kerlchen!

 

Hoover Staubsauger

Mit Flügen geht’s auch direkt weiter – Hoover hatte da nämlich mal den genialen Gedanken, zu Staubsaugern im Wert von über 100 GBP Flüge innerhalb Europas und bis in die USA zu verschenken. Eigentlich wollten sie damit nur das Warenhaus von alten Produkten befreien, aber schon bald war die Nachfrage überwältigend groß, und der Preis der versprochenen Flüge überraschte die Firma offensichtlich. Einige Köpfe sind nach der Aktion gerollt, Hoover war 50 Millionen GBP ärmer und der Ruf angekratzt. Aua!

 

United Way

Eieiei, in den 80ern lief alles noch ein wenig anders. United Way (of America) hat sich damals einen schlimmen, später sogar tragischen Fauxpas geleistet, namentlich das Balloon Fest in Cleveland. 1,5 Millionen Ballons, gleichzeitig befreit und aufsteigend zum einem bunten Himmelsspektakel. So schön hätte es sein können!

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Leider hatten die Verantwortlichen nicht den Wetterbericht gecheckt – und der sagte starken Regen voraus. Regen, der in diesem Fall bedeutete, dass die Ballons nicht wie geplant einfach immer weiter aufstiegen und platzten, sondern wieder zu Boden gedrückt wurden. Irgendwann war die Stadt dann unter einer Lage Ballons begraben. Das hatte zwar allerlei unangenehme Folgen, so musste beispielsweise eine Startbahn des Flughafens schließen und ein Showpferd geriet beim Anblick des Schwarms in Panik und verletzte sich, was zu Schadensersatzansprüchen in Höhe von $ 100.000 führte, aber das Schlimmste kam erst noch. Die Geschichte nahm eine tragische Wendung, als sich viele Ballons auf dem Eerie-See niederließen, wo gerade nach zwei vermissten Bootsfahrern gesucht wurde.

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Auf einmal wurde es unmöglich, zwei Köpfe in einem Meer von kopfähnlichen Objekten zu finden, und beide ertranken. Abgesehen von den moralischen Implikationen brachte das selbstverständlich enorme Folgen monetärer Art mit sich, und das ganze ging als eine der schlimmsten Werbeaktionen in die Geschichte ein.

Ich hab zwar noch ein paar auf Lager, aber die spare ich mir für einen anderen Beitrag auf. Also bis zum nächsten Mal,

euer Mark N. Mut

 

 

 

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